72. Landesversammlung und wissenschaftliche Tagung 2026

Wir freuen uns, Ihnen wieder eine wissenschaftliche Tagung in Präsenz anbieten zu können. Im Anschluss findet unsere diesjährige Mitgliederversammlung statt.
 
Die Verankerung der öffentlichen Gesundheit in allen Lebens- und Politikbereichen prägt das Selbstverständnis unseres Berufsbildes. Gesundheit ist das Ergebnis vieler (gesellschaftlicher) Faktoren und kann nicht isoliert betrachtet werden. „Health in All Policies“ ist das Schlagwort für diese Herangehensweise.
 
Die Veranstaltung bietet den idealen Rahmen, gemeinsam aktuelle Themen aus den Gesundheitsämtern zu diskutieren und die Zukunft des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) aktiv mitzugestalten. Natürlich soll auch der persönliche Austausch nicht zu kurz kommen.
 
Health in All Policies ist kein neuer Ansatz. Schon in der „Schrift von der Umwelt“, die Hippokrates zugeschrieben wird, heißt es: „Der Arzt, der in eine Stadt kommt, muss nicht nur die Jahreszeit, die Winde, das Wasser, das die Leute verwenden, und die geografische Lage des Ortes berücksichtigen, sondern auch die Lebensweise: ob sie Wein trinken, viel essen, lange schlafen oder ob sie hart arbeiten, sich viel bewegen, viel essen und wenig trinken.“
 
Unter den heutigen sich rasch verändernden Umwelt- und Lebensbedingungen muss Gesundheit aber immer wieder neu gedacht und verhandelt werden.
 
Fragen nach gesunden Lebens-, Arbeits- und Umweltbedingungen spielen dabei ebenso eine Rolle wie gesundheitliche Chancengleichheit, Teilhabe und soziales Füreinander. Manche eher als nachrangig betrachtete Themen wie Reaktionsfähigkeit und Resilienz in Krisenlagen gewinnen plötzlich wieder Relevanz, andere Entwicklungen wie künstliche Intelligenz und Globalisierung stellen komplett neue Anforderungen, auch in Hinblick auf den One Health bzw. Global Health Gedanken.
 
Das vorliegende Programm greift aktuelle Themen des ÖGD in Bayern auf. Bewusst richten wir am Anfang den Blick in die Vergangenheit. Der Vortrag aus dem Deutschen Medizinhistorischen Museum Ingolstadt stellt den ÖGD in einen historischen Kontext und bietet damit auch Inspiration für den Blick in die Zukunft, mit der sich auch der Vortrag zur Nachwuchsgewinnung für den ÖGD befasst.
 
In weiteren Vorträgen wird die Krisenresilienz und der Stand der Digitalisierung des ÖGD beleuchtet, aber auch die Praxisnähe kommt nicht zu kurz mit interessanten Fällen aus dem Bestattungsrecht. Diskutieren möchten wir auch, inwieweit gesetzliche Maßnahmen das probate Mittel für eine gesündere Lebensweise in einem freiheitlichen Staat sein können.
 
Ingolstadt bietet für die Tagung einen sehr schönen Rahmen. Die Stadt liegt gut erreichbar in der Mitte Bayerns und besitzt mit dem Deutschen Medizinhistorischen Museum eine in Deutschland einzigartige Einrichtung. In Ingolstadt wurde 1472 die erste bayerische Universität von Herzog Ludwig IX dem Reichen gegründet, aus der im 19. Jahrhundert die Ludwig Maximilian Universität hervorging. Von Beginn an war die Medizinische Fakultät eine der tragenden. In Ingolstadt hat auch die fiktive Figur Dr. Viktor Frankenstein in Mary Shelleys gleichnamigem Roman studiert und seine berüchtigte Kreatur zum Leben erweckt. Nicht zuletzt ist auch die Person des historischen Dr. Faustus mit Ingolstadt verbunden. Er wurde allerdings 1528 wegen Zauberei der Stadt verwiesen.
 

Programm (vorläufig)

Anmeldung (ab 15.09.2026)

Anfahrt

Volkshochschule Ingolstadt
Kurfürstliche Reitschule,

Hallstraße 5, 85049 Ingolstadt
Saal im Erdgeschoss

Parkmöglichkeiten in der Nähe (z.B. Tiefgarage "Theater Ost" oder Tiefgarage "Theater West").

Vom Bahnhof aus verkehren regelmäßig Busse (Richtung Rathausplatz).