Geschichte
Die Anfänge des bayerischen ÖGD
Der ÖGD in Bayern blickt auf eine lange Tradition zurück. 1808 wurde mit Montgelas‘ bedeutendem Reformgesetz der Grundstein für einen modernen öffentlichen Gesundheitsdienst gelegt. Erstmals gab es im Königreich Bayern verbeamtete Ärzte, welche sich um die Hygiene und Seuchenbekämpfung kümmerten.
2008 stand daher auch die 58. Landesversammlung und Fortbildung des Berufsverbands unter dem Motto: „200 Jahre baierisches Medizinaledikt“. Im Rahmen eines Festakts und Staatsempfangs in der Münchner Residenz wurde das Jubiläum festlich begangen.
Gründung des Berufsverbandes
Der Verband wurde 1949 als bayerischer Medizinalbeamtenverein gegründet. Der erste Vorsitzende war zugleich Vorsitzender des Bundesverbandes der Medizinalbeamten. 1998 wurde der Verband in „Ärzteverband Öffentlicher Gesundheitsdienst Bayern“ umbenannt.
2009 feierte der Verband in Würzburg sein 60-jähriges Bestehen, 2024 in Nürnberg sein 75-jähriges.
Selbstverständnis
In seiner über 75-jährigen Geschichte war der Verband durch mehrere tiefgreifende Umstrukturierungen des öffentlichen Gesundheitsdienstes in Bayern gefordert:
- Eingliederung der Gesundheitsämter in die Landratsämter (1996)
- Verwaltungsreform 21 (2004 bis 2010)
- Pakt für den ÖGD
- Corona Pandemie (2020)
In der Zusammenarbeit mit den Staatsministerien, den Regierungen, den Gesundheitsämtern, dem Bayerischen Landkreis- und Städtetag sowie weiteren Institutionen und Organisationen brachte der Verband dabei seine Expertise ein und vertrat die Interessen der Ärztinnen und Ärzte des ÖGD Bayern. Der Austausch war geprägt von gegenseitigem Vertrauen und Respekt.
2011 legte der Verband mit dem Positionspapier „Der öffentliche Gesundheitsdienst in Bayern“ eine Bestandsaufnahme sowie eine kritische Auseinandersetzung mit den wesentlichen Aspekten des öffentlichen Gesundheitsdienstes vor, verbunden mit entsprechenden Forderungen bezüglich struktureller und personeller Ausstattung zur Entwicklung eines modernen leistungsfähigen ÖGD.
Der ÖDG im Nationalsozialismus
Während des Nationalsozialismus war der ÖGD maßgeblich an der Durchsetzung der menschenverachtenden Ideologie der „Erb- und Rassenhygiene“ beteiligt. Erst in den 2000 er Jahren begann zunehmend die Auseinandersetzung mit der unrühmlichen Rolle des ÖGD in dieser Zeit. Die Nachkriegszeit war noch von dem Bestreben nach Verharmlosung geprägt, die selbst hohe Vertreter des Verbandes (wie Dr. Pürkhauser) betrieben.
Wegweisend für die Aufarbeitung der Beteiligung des ÖGD an NS-Verbrechen sind vor allem die Arbeiten von Dr. Johannes Donhauser, der für seine Verdienste 2017 mit der Johann-Peter-Frank-Medaille ausgezeichnet wurde.
Landesvorsitzende
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Dr. Fritz Pürkhauer*
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Regierung der Oberpfalz Regensburg | 1949 - 1955 | 6 Jahre |
| Dr. Horst Schmidt | Regierung von Mittelfranken | 1955 - 1958 | 3 Jahre |
| Dr. Theodor Puche | 1958 - 1961 | 3 Jahre | |
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Dr. Alfred Böhm
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Regierung von Oberbayern | 1961 - 1970 | 9 Jahre |
| Dr. Leo Walther | Gesundheitsamt Kitzingen | 1970 - 1973 | 3 Jahre |
| Dr. Peter Schuch | Gesundheitsamt Erlangen | 1973 - 1979 | 6 Jahre |
| Dr. Kurt Käfer | Gesundheitsamt Starnberg | 1979 - 1988 | 9 Jahre |
| Dr. Lotte Morasch | Gesundheitsamt Erding | 1988 - 2000 | 12 Jahre |
| Dr. August Leitl | Gesundheitsamt Altötting | 2000 - 2006 | 6 Jahre |
| Dr. Winfried Strauch | Gesundheitsamt Bamberg | 2006 - 2018 | 12 Jahre |
| Andreas Kaunzner | Gesundheitsamt Aschaffenburg | 2018 - 2023 | 5 Jahre |
| Dr. Susanne Nick | Gesundheitsamt Bamberg | 2023 - heute |
*Herr Pürkhauer spielte eine zentrale Rolle bei der Geschichtsklitterung: Nach 1945 versuchte er öffentlich, den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) von den Medizinverbrechen im Nationalsozialismus reinzuwaschen und verharmloste die Rassenhygiene.
Landesehrenvorsitzende
- Andreas Kaunzner
aus Aschaffenburg - Gesundheitsamt Aschaffenburg
Mitglied im Ärzteverband ÖGD Bayern e. V. seit 1998
- Ltd. Medizinaldirektor i. R. Dr. Winfried Strauch
aus Bamberg - Gesundheitsamt Bamberg
Mitglied im Ärzteverband ÖGD Bayern e.V. seit 1983
- Prof. Dr. Volker Hingst
Heidelberg - 1. Präsident des LGL Bayern
Mitglied im Ärzteverband ÖGD Bayern e.V. seit 2003
- Ltd. Medizinaldirektorin i. R. Dr. Lotte Morasch
*1941 - † 2013
aus Maria Thalheim - Gesundheitsamt Erding
Mitglied im Bayerischen Medizinalbeamtenverein bzw. Ärzteverband ÖGD Bayern e.V. seit 1970
- Dr. Guido Schleifer
aus Fürth
tätig im LGL Bayern - Erlangen
- Chem. Direktor i. R. Dr. Josef Rachor
aus München
Mitglied im Bayerischen Medizinalbeamtenverein bzw. Ärzteverband ÖGD Bayern e.V. seit 1992
- Ltd. Chem. Direktor i. R. Dr. Johann Gspahn
aus Augsburg
Mitglied im Bayerischen Medizinalbeamtenverein bzw. Ärzteverband ÖGD Bayern e.V. seit 1986
- Medizinaldirektor i. R. Dr. Johann Hruby
aus Dillingen
Mitglied im Bayerischen Medizinalbeamtenverein bzw. Ärzteverband ÖGD Bayern e.V. seit 1970
- Medizinaldirektorin i. R. Dr. Maria Meissner
aus Karlstadt
Mitglied im Bayerischen Medizinalbeamtenverein bzw. Ärzteverband ÖGD Bayern e.V. seit 1970