ÖGD - Was ist das?

Der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) in Deutschland ist eine Bereich des Gesundheitswesens, der manchmal auch als "Dritte Säule" bezeichnet wird. Mit den beiden anderen "Säulen" sind die stationäre und die ambulante Krankenversorgung gemeint. Der "Patient" des ÖGD ist aber nicht der Einzelne, sondern die Bevölkerung als Ganzes (Public Health). 

Der ÖGD hat Überwachungs- und Kontrollfunktionen, z. B. dem Schutz der Bevölkerung vor übertragbaren Krankheiten, aber auch vielfältige Aufgaben in der Beratung, Begutachtung und Prävention.

Der ÖGD in Deutschland

Der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) hat Strukturen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene:

Bundesebene

Die zuständige Bundesbehörde ist das "Bundesministerium für Gesundheit" (BMG) mit seinen nachgeordneten Bundesinstituten:

  • Robert-Koch-Institut (RKI)
  • Paul-Ehrlich-Institut (PEI)
  • Bundesinstitut für Arzeimittel und Medizinprodukte (BfArM)
  • Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG)
  • u. a. 

Landesebene in Bayern

Die zuständige Landesbehörde in Bayern ist das "Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention" (StMGP) mit dem nachgeordneten "Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit" (LGL).

Kommunalebene in Bayern

In Bayern bilden 71 staatliche Gesundheitsämter (in den Landkreisen) und 5 kommunale Gesundheitsämter (Stadt München, Stadt Nürnberg, Stadt Augsburg, Stadt Ingolstadt, Stadt Memmingen) den Öffentlichen Gesundheitsdienst auf kommunaler Ebene.

Zu den Aufgaben des ÖGD in Bayern gehören:

  • Infektionsschutz
  • Trink- und Badewasserüberwachung
  • Hygieneüberwachung der medizinischen Einrichtungen
  • Kinder- und Jugendärztlicher Dienst
  • Amtsärztliche Begutachtung
  • Prävention
  • Beratungsaufgaben (z. B. Schwangerenberatung)
  • Aufgaben im Bereich Asyl und Flüchtlinge
  • Teil des multiprofessionellen Teams der FQA
  • u. v. m.

Diese Aufgaben werden in den Gesudheitsämtern von den verschiedenen Berufsgruppen (Ärzte, Fachkräfte der Sozialmedizin, Hygienekontrolleure, Sozialpädagogen, Verwaltungskräfte) wahrgenommen.

Facharzt für Öffentliches Gesundheitswesen

Die vielfältigen Aufgaben im Öffentlichen Gesundheitswesen erfordern spezielle Kenntnisse und Fähigkeiten. Diesem Umstand trägt die Facharztbezeichnunhg "Öffentliches Gesundheitswesen" Rechnung. Gemäß der Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer lautet die Gebietsdefinition:

"Das Gebiet "Öffentliches Gesundheitswesen" umfasst die Beobachtng, begutachtung und Wahrung der gesundheitlichen Belange der Bevölkerung und die Beratung der Träger öffentlicher Aufgaben in gesunheitlichen Fragen einschließlich Planungs- und Gestaltungsaufgaben zu Gesundheitsförderung, Prävention und der gesundheitlichen Versorgung sowie der öffentlichen Hygiene, der Gesundheitsaufsicht sowie der Verhütung und Bekämpfung von Krankheiten."  

Der Erwerb der Facharztbezeichunh ist je nach Bundeland unterschiedlich gereglt. In Bayern wird die Facharztanerkennung nicht über die Bayerische Landesärztekammer, sondern durch das Bayerische Staatsministerium für Gesudnehit, Pflege und Prävention vergeben.

ÖGD-Quote für das Medizinstudium

Das Bayerische Staatministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention hat im Jahr 2021 die Quote für den Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD-Quote) eingeführt. Dabei handelt es sich um eine Vorabquote, bei der bis zu ein Prozent aller Studienplätze im Fach "Humanmedizin" in Bayern für junge Menschen vorgehalten werden, die ein besonderes Interessen an der amtsärztlichen Tätgkeit im Öffentlichen Geusndheitsdienst (ÖGD) bekunden.

Das entsprechende Bewerberportal ist auf der Seite https://www.oegd-quote-bayern.de zu finden.